Qualitätsbereich 1: Leistung

Welche Ziele verfolgen wir? Wir wollen eine „Schule für alle Kinder“ sein. 1996 hatten wir allerdings selbstkritisch feststellen müssen, dass wir diesem Anspruch aufgrund der Konkurrenzsituation durch 3 private Gymnasien in der Nachbarschaft nicht entsprachen und die in Bonn mit 10 öffentlichen und 9 privaten Gymnasien gegenüber der Schulform Gesamtschule bestehenden Vorurteile zugelassen hatten; das obere Leistungsdrittel war
an unserer Schule nicht durchgängig vertreten. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Lehrkräften, Eltern und Schülern erreichten wir bis 1999 eine Neuausrichtung des Schulprofils. Wir verstehen und fördern Leistung seitdem als individuelles Grundbedürfnis, wie es dann auch in der Präambel unseres Schulprogramms formuliert wurde: „Leben und Lernen heißt, die unterschiedlichsten Menschen zu integrieren, ihre individuellen Fähigkeiten zu fördern und Leistung zu fordern. Durch Toleranz, verantwortungsvollen Umgang miteinander, soziales Engagement und Freude am Lernen sollen sich selbstständige, teamfähige und konfliktfähige Persönlichkeiten entwickeln können.“

Welche Maßnahmen zur Erreichung der Ziele setzen wir um? Wir ermittelten im Zuge der anstehenden Revision zunächst die Stärken und Schwächen unserer Schule. Dort wo sie stark war, erzielten wir schnell Erfolge. Mit dem neuen Qualitätsanspruch wollten wir uns aber nicht auf eine Summierung von erfolgreichen Einzelprojekten, z.B. in der Gesundheitserziehung, im Medienbereich oder in den Naturwissenschaften beschränken, sondern wir bekannten uns nun entschlossener und pädagogisch konstruktiver zum Anspruch „Eine Schule für alle Kinder“ zu sein und leiteten drei konzeptionelle Veränderungen ein. Wir verdoppelten 1998 den Anteil behinderter Kinder und konnten nun alle Schüler am gemeinsam Unterricht (GU) teilhaben lassen. Wir nahmen nun auch die Hochbegabtenförderung in den Blick. Erst ab diesem Zeitpunkt lernte unsere Schule als Institution, dass die vom geistig behinderten bis zum hochbegabten Kind reichende Heterogenität bessere Chancen für alle eröffnet. Und schließlich entwickelten wir das Unterrichtskonzept hin zu eigenständigem zielorientiertem Lernen in veränderten Lernumgebungen. Damit wir bei der Ausgestaltung unseres an Inklusion orientierten Schullebens nachhaltig Erfolge verzeichnen können, achten wir in den letzten Jahren verstärkt auf die Herausbildung und Pflege eines transparenten Kommunikationsgefüges (Q6), in dem die Bausteine unseres Qualitätskonzepts im schulischen Alltag wirksam werden können.

Woran erkennen wir, ob wir die Ziele erreicht haben? Bei der viertägigen Qualitätsprüfung durch die Schulinspektion erzielte die Schule 2008 ein Exzellenzergebnis und erhielt in den 25 Bewertungskategorien 22mal die Bestnote. Kernaussage des 67seitigen Qualitätsberichts ist: Die IGS Bonn-Beuel verkörpert die Grundideale der Gesamtschule, die hohen Wertungen sind Ausdruck ihres Entwicklungswillens und Ergebnis einer funktionierenden Pädagogik, deren „Betriebsgeheimnis“ im guten sozialen Klima liegt. Die Landesregierung verlieh der Schule 2007 das „Gütesiegel Individuelle Förderung“. Bei den Lernstandserhebungen erhalten wir als einzige Schule in NRW seit 2005 durchgängig in allen Fächern die Auszeichnung für „exzellente Ergebnisse“. Unsere Schülerinnen und Schüler liegen mit ihren Schulabschlüssen über dem Durchschnitt und erzielen, gemessen an ihrer Ausgangslage, sehr gute Ergebnisse. Die Schulabschlüsse weichen um bis zu 30 Prozent nach oben von der Grundschulprognose ab. Nur 0,002 Prozent erreichen keinen Schulabschluss; damit trägt unsere Schule in besonderer Weise zum Ausgleich von Benachteiligungen bei. Für die Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf im GU zeichnet sich mit dem Schulabschluss eine ungleich bessere Zukunftsperspektive ab als nach dem Besuch einer Förderschule. 80 Prozent eines Jahrgangs erreichen den „Mittleren Abschluss“; über 50 Prozent (NRW 30 Prozent) erhalten die Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. 34 Prozent (NRW 27 Prozent) eines Abschlussjahrgangs legen die Abiturprüfung ab; 7 Prozent (NRW 4 Prozent) erreichen das Fachabitur. Die „Abbrecherquote“ in der Oberstufe ist geringer als an Gymnasien. Unter den 45 von der Landesregierung erstmalig 2007 belobigten „Besten in NRW“ befanden sich 2 unserer Schülerinnen und Schüler. Die Spitzenplatzierungen bei einer Reihe von regionalen, landes-, bundes- und europaweiten Wettbewerben, (z.B. „Qualität und Schule“, „Bewegungsfreudige Schule“, „Deutscher Schulsportpreis“, „Chemie entdecken“, „Känguru der Mathematik“, „Vorlese-Wettbewerb“, „Erdgaspokal“, „Schreib-Wettbewerb“, „Web-Bewerb“, „Wirtschaftswissen’“, „Kinder zum Olymp“, „Demokratie und Toleranz“, „Sicherheit und Gesundheit“, „Neue Medien“, „Du bist Deutschland“, „Talente entdecken“, „Deutscher Gründerpreis“ sowie diverse „Film und Theaterwettbewerbe“) ermöglichen uns eine bessere Standortbestimmung. Viele fächerübergreifende Projekte, auch an außerschulischen Lernorten (Q3), führen im Rahmen einer gezielt gepflegten Wettbewerbskultur gelegentlich zu bemerkenswerten Ergebnissen; dazu gehören z.B. das Anbringen einer Gedenktafel am ehemaligen Standort des Gefangenenlagers für russische Kriegsgefangene durch den Bundesverteidigungsminister, die Einladung zu einer Audienz beim Papst, der Weltmeistertitel im „Robocup“ und die Präsentation der hier entwickelten „Deutsche Kinderhymne“ bei Tagungen (Vereinte Nationen, Zukunftspreis) und auf der Internetseite von „Du bist Deutschland“; vgl. www.kinderhymne.de.

Wo suchen wir nach neuen Wegen? Mit dem von der neuen politischen Mehrheit verabschiedeten Schulgesetz sahen wir uns 2005 einer besonderen Schwierigkeit gegenüber. Die Gymnasien vergeben das Abitur nun grundsätzlich nach 12, die Gesamtschulen erst nach 13 Jahren. Unsere Schulgemeinde sah darin eine Diskriminierung ihrer Schülerschaft, begriff aber in der einjährigen Strukturdebatte diese Krise als Chance und schaffte schulintern flexible gesetzeskonforme Möglichkeiten, das Abitur nach 12 und nach 13 Jahren abzulegen. Die Entscheidung dazu fällt an unserer Schule nicht mit der Anmeldung zur Klasse 5, sondern nach Klasse 9. Diese Neuausrichtung führte zu einer noch größeren Nachfrage nach Schulplätzen für Kinder mit einer „Gymnasialempfehlung“.


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