Qualitätsbereich 5: Schulklima, Schulleben

und außerschulische Partner

Welche Ziele verfolgen wir? Wir wollen in unserer Schule eine Grundstimmung erreichen, in der alle Beteiligten erkennen, dass Schulzeit nur dann eine persönlich prägende Lebenszeit ist, wenn Schülerinnen und Schüler Verantwortung für den eigenen Lernprozess und, gemeinsam mit ihren Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, für das „Gesamtkunstwerk Schule“ übernehmen.

Welche Maßnahmen zur Erreichung der Ziele setzen wir um? Beim Betreten des Schulgebäudes durch den Haupteingang spürt jeder Gast aufgrund der Gestaltung der Eingangshalle eine freundliche Offenheit; viele Besucher sprechen von einer „Aura“. Die Aufteilung der beiden „Lerntürme“ in Halbgeschosse ermöglicht, verbunden mit dem teambezogenen Personaleinsatz, kleinere „Lerndörfer“. Viele Wandbilder im Gebäude und Ausstellungen eröffnen Zugänge zur Bildungsarbeit. Graffitiwettbewerbe tragen dazu bei, dass wilde Sprüh- oder Schmieraktionen äußerst selten vorkommen. Beliebte Schülercafés, in denen auch gespielt werden kann, und ein Ruheraum stehen in den Freistunden zur Verfügung. Die Bibliothek und das „Oberstufen-Bistro“ sind durchgängig geöffnet. Der große Außenbereich mit Grünflächen, einem Schulgarten, mehreren Feuchtbiotopen, Bolz- und Basketballplätzen, einer Außenspielausleihe und Bewegungsangeboten im Grünen hat hohen Freizeitwert. Disco in Schülerverwaltung, Spielausleihe, Kicker, Billard und Vorlesen ergänzen die Angebote in der Mittagsfreizeit. Zur besonderen Atmosphäre trägt die in einem Kooperationsmodell betriebene „bon(n)a mensa“ bei, die vom Bundesminister für Ernährung als Musterbeispiel vorgestellt wird.
Die Schülerinnen und Schüler haben vom ersten Tag an die Möglichkeit, sich an den das anregungsreiche Schulleben betreffenden Entscheidungen zu beteiligen. Diese Gestaltungsmöglichkeiten beziehen sich zunächst auf ihre Lerngruppe und ihren Klassenraum, in dem sie ihr Zusammenleben organisieren und regeln. Bei internen Wettbewerben (z.B. "Die schönste Klasse", "Sicherer Schulweg") werden sie für ihr Engagement belohnt. Durch die Individualisierung des Unterrichts, die Ge-staltungsmöglichkeiten in der „Freiarbeit“ und die Möglichkeiten kreativ tätig zu werden, ergeben sich weitere Ansatzpunkte für ein „Wohlfühlklima“. Dieses wird dadurch verstärkt, wie auch die wissenschaftliche Begleituntersuchung belegt, dass 80 behinderte Kinder am Schulleben teilnehmen; hier entsteht durch Inklusion ein „Klima der Rücksichtnahme“. Besondere Bedeutung haben die 14 Tutoren der Jahrgangsstufe, die täglich bei „ihren“ Kindern beratend und erzieherisch tätig werden. Eine Zusammenarbeit mit dem Elternhaus und gemeinsame Unternehmungen sind selbstverständlich. Bei der Erziehungsarbeit stellt die Herausbildung der demokratischen Kultur einen Schwerpunkt dar. Dazu gehören Wahlverfahren, Absprachen über Klassenregeln und pädagogische Maßnahmen sowie die Übernahme von Mitverantwortung für das Schulleben (Q 4). Vier Klassen- und Studienfahrten während der Schulzeit sorgen in besonderer Weise für den Zusammenhalt der einzelnen Gruppen. Der Blick über die Grenzen wird durch Schulpartnerschaften und Austauschprojekte mit 9 Schulen in 3 Kontinenten ermöglicht. Unterstützungsprojekte (Brasilien, Südafrika, Kirgistan) kommen hinzu. Zur Pflege des Gemeinsinns trägt auch die Verwaltung des Gemeinschaftsfonds zur Unterstützung Bedürftiger bei. Die sehr intensive Elternarbeit und die sehr hohe Identifikation der Lehrkräfte (Q4, Q6) führt zu einer nach außen spürbaren Geschlossenheit der Schulgemeinde, die mit Leidenschaft gelebt wird. Wir suchen den Austausch in pädagogischen Fragen mit außerschulischen Partnern und engagieren uns in Netzwerken. Pädagogisch besonders fruchtbare Beziehungen ergeben sich aus der in Kooperationsverträgen mit Firmen geregelten Berufswahlvorbereitung (z.B. Degussa, Zurich AG, Sinter Metals) und der Zusammenarbeit mit mehr als 25 festen Partnern (z.B. Naturfreundejugend, 1.BC Beuel, Beueler-Judo-Club, Aero Club Bonn-Hangelar, Segelclub Rhein-Sieg, Bonner Turn-Verein, Versicherungen, Banken und Sparkassen, Gesundheitsamt, Jugendhilfe, Polizei, Stadtbibliothek, Sportfabrik, Theater „Die Raben“, IHK u.a.). Für hohe Transparenz und den Ausbau von Netzwerken sorgen eine intensive Pressearbeit, öffentliche Veranstaltungen, Publikationen und Internetauftritte (www.gebonn.de, www.gesundeschulen.de, www.kinderhymne.de, www.krisen-und-konflikte.de). Wir prüfen neue Angebote zur Zusammenarbeit sorgsam auf deren nachhaltigen Nutzen. Die Beteiligung an bundesweiten Entwicklungsprojekten (BLK-Modellversuche, SINUS-Transfer, Gesunde Schule, Medienschule u.a.) und der Besuch von renommierten Gästen (Bundespräsident, Bundeskanzler, Bundesbankpräsident, mehrere Bundes- und Landesminister, UN-Vertreter und Industrielle aus den USA wie Bill Gates und Courtney Ross, von denen einige Paten der Schule geworden sind oder die Schule international weiter bekannt machen, helfen uns ebenfalls bei der Standortbestimmung.
Zu den Ritualen gehören der Kollegiumsausflug und das „Dankeschön-Diner“ für mitarbeitende Eltern sowie das jährliche Ehemaligentreffen. Ehemalige erhalten den Zugang für ein exklusives „Alumni-Portal“ der Schule, in dem sie sich vernetzen können. Diese Form der Alumni-Arbeit begünstigt eine lebenslange Bindung vieler Ehemaliger an „ihre Schule“, der sie gern als Experten zur Verfügung stehen. Etwa ein Drittel (derzeit ca. 1000) von ihnen treffen sich einmal im Jahr am letzten Freitag des Schuljahres zu einem Ehemaligentreffen in der Schule. Die Brauchtumspflege mit dem St.Martinsfest und den Umzügen und Feiern in der Hochburg des „Weiberkarnevals“ Bonn-Beuel verbinden die Schulgemeinde. Besondere projektbezogene Aktionen, wie z.B. das 1500 Personen umfassende Menschenbild „Schule ohne Rassismus“ oder die zum 30jährigen Schuljubiläum für den Herbst 2008 vorgesehene Gesundheitsaktion „30 Jahre IGS Bonn-Beuel – 3000 Menschen gehen 3000 Schritte“, an der auch die Bundesgesundheitsministerin teilnehmen wird, kommen hinzu.

Woran erkennen wir, ob wir die Ziele erreicht haben? Der niedrige Krankenstand und fehlende Versetzungswünsche der Lehrkräfte sowie die über das Schul-Barometer (Q6) erhobenen guten Noten von Eltern, Schülern und Lehrkräften erlauben Rückschlüsse auf das Lern und Arbeitsklima in der seit 2005 „rauchfreien Schule“. Besucher äußern im Gästebuch, wohltuend sei die Verbindung von fachlich-sachlicher Orientierung und der zugewandten Kommunikation mit humoristischen Elementen („Zusammen lachen“) als Beweis, dass nichts aufgesetzt wirkt und eine „Alltagskultur“ existiert.

Wo suchen wir nach neuen Wegen? Die Schule hat 2007 ihr Medienkonzept ab Klasse 5 um die Behandlung von rechtlichen und ethischen Fragen erweitert. Das Recht auf das eigene Bild und der Umgang mit Foto- und Filmhandys werden nun sehr früh thematisiert.


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