Inklusion an der IGS-der Alltag

Der Schulalltag

Seit dem Start des Gemeinsamen Unterrichts als Fortführung des Modellversuches im Jahr 1985 ist die Inklusion aus unserem Schulalltag nicht mehr wegzudenken.
In einer lebendigen, sich entwickelnden Schule lebt und entwickelt sich auch die Inklusion und passt sich neuen Anforderungen und Bedingungen an.

Pädagogische Grundlagen und Ziele
Von Anfang an heißt Leben und Lernen an der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel, die unterschiedlichsten Menschen zu integrieren, ihre individuellen Fähigkeiten zu fördern und Leistung zu fordern. Durch Toleranz, verantwortungsvollen Umgang miteinander und Freude am Lernen sollen sich selbständige, teamfähige und konfliktfähige Persönlichkeiten entwickeln können.

Gegenseitige Wertschätzung, Verantwortung, die Anerkennung von Vielfalt, die Akzeptanz auch von Schwächen und die ganz bewusste Nutzung der Stärken einer/s jeden Einzelnen sind dafür die Voraussetzungen. Wir gehen davon aus, dass Heterogenität die Normalität ist.


Unser Leitmotiv ist: In Gemeinschaft Stark

So arbeiten wir alle gemeinsam daran, jedes Kind zu seinem bestmöglichen Abschluss zu führen. Alle, das sind Lehrkräfte, Schüler*innen, Eltern, das nicht-pädagogische Personal der Schule, die Inklusionshelfer*innen und deren Träger, die Lebenshilfe, sowie eine Vielzahl weiterer außerschulischer Kooperationspartner. Der bestmögliche Abschluss kann vom Erwerb lebenspraktischer Kompetenzen über die Abschlüsse der Sekundarstufe I bis zum erfolgreichen Abschluss der gymnasialen Oberstufe reichen.

Damit ist seit dem Start des Gemeinsamen Unterrichts als Fortführung des Modellversuches aus dem Jahr 1985 die Inklusion heute aus unserem Schulalltag nicht mehr wegzudenken.

Organisation

In einer lebendigen Schule lebt und entwickelt sich auch Inklusion. Neue Anforderungen und Rahmenbedingungen machen dies notwendig. Aktuell werden drei der jeweils sechs Klassen einer Jahrgangsstufe als inklusive Lerngruppe geführt. Inzwischen leben und lernen in der Sekundarstufe I und II der IGS mehr als 100 Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten. Jeder Förderschwerpunkt ist willkommen.
Pro Jahr nimmt die IGS 18 Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf auf Sie werden drei der sechs Klassen eines Jahrgangs zugeordnet. Diese inklusiven Lerngruppen im Gemeinsamen Lernen haben eine durchschnittliche Klassenfrequenz von 26 Schülern, wovon 6 Schüler*innen einen durch AO-SF festgestellten sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf haben. Bei der Zusammensetzung dieser Lerngruppen wird auf eine möglichst große Heterogenität der Förderschwerpunkte, Ausgewogenheit der Geschlechter und eine gleichmäßige Verteilung zielgleich und zieldifferent zu unterrichtender Kinder geachtet.
Jeder inklusiven Lerngruppe und den dort tätigen Tutor*innen und Fachlehrer*innen ist eine verantwortliche Förderschullehrkraft zugeordnet. Sie verantwortet den förderpädagogischen Lernprozess und organisiert in enger Absprache mit dem Team die Umsetzung der individuellen Förderpläne über Diagnostik, Förderplanung, Doppelbesetzung, Beratung und Kooperation auch mit außerschulischen Instanzen.
Für den gesamten Jahrgang ist eine Förderschullehrkraft übergeordnet verantwortlich, um Bedarfsverschiebungen im Bereich der Doppelbesetzung oder Beratungsbedarf in allen Klassen des Jahrgangs zu organisieren.

Unterricht
Die sonderpädagogische Förderung erfolgt auf der Grundlage der individuell erstellten Förderpläne. Doppelbesetzungen durch die Förderschullehrkraft, die Tutoren oder andere Lehrkräfte des Klassenteams unterstützen die erfolgreiche pädagogische Arbeit in den Teams. Beziehungsarbeit wird hier groß geschrieben. Die Anzahl der Personen im Klassenteam wird möglichst klein gehalten. Die inklusiven Lerngruppen der unteren Jahrgänge erhalten eine höhere Anzahl an Doppelbesetzungen. So wird der Start in der IGS erleichtert. Die Anzahl der Doppelbesetzungen nimmt bis zur Jahrgangsstufe 10 langsam ab. An ihre Stelle treten ab Klasse 8 zusätzliche Unterstützungsangebote im Rahmen des Prozesses zum Übergang in die Berufs- und Arbeitswelt durch das Berufsorientierungsbüro (BOB) und eine Fachkraft im Rahmen des Multiprofessionellen Teams (MPT).
Über die Berufsorientierung hinaus übernimmt die MPT-Kraft weitere unterrichtliche und außerunterrichtliche Aufgaben (z.B. Doppelbesetzung auch im Rahmen von Verhaltenstrainings, Krisenintervention oder Sozialtrainings etc.).
Für viele Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf ist es zur Bewältigung des Schulalltags notwendig, dass sie zusätzliche personelle Hilfen erhalten. Diese Aufgabe nehmen Inklusionsassistent*innen (an der IGS in der Regel in der Trägerschaft der Lebenshilfe Bonn) wahr. Sie unterstützen in enger Abstimmung mit den Lehrkräften die Schüler*innen dabei, dass sie in angemessener Weise am Unterricht und/oder außerunterrichtlichen Angeboten teilhaben können. Je nach Förderschwerpunkt erfolgt die Beantragung durch die Erziehungsberechtigten bei Jugend- oder Sozialamt. Die Schule berät und unterstützt und nimmt an den erforderlichen Bedarfsermittlungsgesprächen teil.
Der Unterricht erfolgt in der Regel binnendifferenziert. Diese Differenzierung findet auf unterschiedlichen Ebenen statt, wobei grundsätzlich zwischen einer quantitativen oder qualitativen Differenzierung unterschieden werden kann:


Quantitative Differenzierung Qualitative Differenzierung
Differenzierung nach dem Umfang des Unterrichtsstoffes

Differenzierung nach persönlichem Lern- und Arbeitstempo

Differenzierung nach zeitlichem Umfang
Differenzierung nach Methoden und Medien

Differenzierung nach Schwierigkeitsgrad

Differenzierung nach Arbeitsweisen der Schülerinnen und Schüler

Differenzierung nach Sozialform

Über die vielfältigen Differenzierungsangebote hinausgibt es individuell wählbare, begabungsgerechte Kurse oder Schwerpunktangebote (von der AG bis zum Wahlpflichtfach) sowie zahlreiche besondere Angebote der sozialen und individuellen Förderung für alle Schüler*innen – wie zum Beispiel Rollstuhlbasketball, die Arbeit im Schulgarten oder mit den schuleigenen Tieren.

Räumliche und sächliche Ausstattung

Die Gebäude der Integrierten Gesamtschule Bonn-Beuel sind komplett barrierefrei. Alle Klassenräume und Fachräume können mühelos auch von Rollstuhlfahrern erreicht werden, da in den beiden Türmen (Ostturm und Nordturm) Aufzüge vorhanden sind, die vom Erdgeschoss/Keller bis zur obersten Etage reichen. In einigen Bereichen der Schule sind auch Rampen installiert, so dass man sich überall barrierefrei bewegen kann. Auf mehreren Ebenen im Schulgebäude gibt es behindertengerechte Toiletten. Die Schule verfügt im Turm Nord über einen vollständig eingerichteten Sanitärraum, bzw. Pflegeraum mit elektrisch verstellbarer Liege, einem elektrischen Hublift, verschiedenen Waschbecken und einem staubsicheren Eckschrank zur hygienischen Unterbringung notwendiger Sanitärmaterialien. Für Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf mit dem Förderschwerpunkt „Hören und Kommunikation“ werden Klassenräume baulich geändert. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützt hier die Ausstattung mit zusätzlicher Schalldämmung und Isolierung, die den akustischen Standards entsprechen.

In anderen Klassenräumen gibt es interaktive Whiteboards, die Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf nicht nur im Förderschwerpunkt „Sehen“ helfen, besser mit Klassenkameraden und Lehrer*innen zu kommunizieren. Darüber hinaus wurden alle Treppenstufen durch kontrastierende Sichtkannten abgesichert. Diese baulichen Veränderungen und zusätzlichen Hilfsmittel kommen natürlich allen Schüler*innen zu gute. Wegen des erhöhten Differenzierungsbedarfs und individueller Lernsituationen im Gemeinsamen Unterricht gibt es einige zusätzliche Differenzierungsräume.

Zusätzliche Materialien für individualisierten und binnendifferenzierten Unterricht werden über die Fachkonferenz „Gemeinsames Lernen“ aus einem spezifischen Etat beschafft. Vermehrt können auch Mittel des Landschaftsverbandes Rheinland als Integrationspauschale genutzt werden. In der Teilkonferenz der Schulkonferenz „Gemeinsames Lernen“ arbeiten Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte gemeinsam an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Gemeinsame Lernen. Ein Elterngesprächskreis unterstützt diesen Prozess.


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