Guadeloupeaustausch 2016

Ein Schülerinnenbericht

Am Dienstag, den 19 Januar um ca. 4 Uhr morgens, machten wir, die Gruppe bestehend aus 25 Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Bonn- Beuel, zwei Französischlehrerinnen mit dem Reisebus auf den Weg zum Pariser Flughafen Orly. Ebenso im Schlepptau, zwei Schülerinnen eines Gymnasiums in Hennef, die für drei Monate am Austausch teilnahmen. Als wir dann so gegen 12-13 Uhr am Flughafen angekommen waren, verlief der Rest der Reise reibungslos. Um 20 Uhr am Flughafen in Point à Pitre angekommen, kann ich mich noch ganz genau an die ersten Eindrücke erinnern. Ich weiß noch wie es gerochen hat ich kann es kaum beschreiben irgendwie tropisch... nach Karibik irgendwie. Ebenso habe ich sofort die hohe Luftfeuchtigkeit beim atmen gespürt. Ich konnte meine Austauschschülerin am Flughafen ziemlich schnell finden, da sie ein Blattpapier mit meinem Namen hoch hielt. Zwar hatte sie mir zuvor zwei Bilder von sich geschickt, aber in echt sah sie noch viel hübscher aus. Der restliche des Abend verlief für mich relativ aufregend. Ich habe dann direkt meinen neunjährigen Gastbruder kennengelernt, der sich extra ein Hemd angezogen hatte. Dann hat sie ihre Mutter gerufen die sich ebenfalls herausgeputzt hatte. Eine junge geschätzt 1,75m große schlanke Frau, in einem engen knappen Kleid auf High-Heels, kam auf mich zu, bückte sich zu mir runter und gab mir links und recht ein Küsschen. Der Tag endete ziemlich anstrengend. Wir sind noch zu der Geburtstags „Party“ ihrer Cousine gefahren, der in einer winzigen Wohnung stattfand, in der ich mich fühlte als gäbe es eigentlich keinen Platz für mich. Die gesamte Familie schien versammelt und es trudelten immer mehr Leute ein. Ich, mit meinem 20 Stunden gereist Gesicht, extremen Jetlag, meine Winter Klamotten, am A. der Welt ohne einem einziges vertrautes Gesicht in einer völlig fremden Kultur angekommen, bei gefühlten 300 Grad saß wahrscheinlich da wie so ein Häufchen elend. Das war aber noch lange nicht alles. Ihre Cousine war noch nicht mal da, sie war noch beim Tiquandotraining. Na ja meine Französischkenntnisse reichten zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz aus, um bei dem ganzen Durcheinander auf die Koreanische Kampfsportart zu kommen. Wie also die ganze Familie versucht hat mir Das zu verklickern, würde man wahrscheinlich hier als politisch nicht korrekt einstufen... Nur nebenbei gesagt ich habe in einer kreolischen Gastfamilie gelebt, (ein misch aus Ureinwohnern und Afrikanischen ehemaligen Sklaven). Um zum Punkt zu kommen sind wir dann um ca. 22 Uhr Ortszeit (was bei uns 3 Uhr morgens wäre) bei ihr Zuhause angekommen. Ich wollte nach diesem Abend nur noch für mich sein und habe um ehrlich zu sein auch mental ausgeschlossen, dass ich mir mit ihr ein Zimmer teilen muss. Aber es kam natürlich anders...
In dem Haus in dem ich lebte haben unten die Großeltern gelebt, und oben im zweiten Stockwerk war eine weitere kleine Wohnung. Ich haben dann im unteren Teil eines Hochbettes geschlafen, an dem Platz an dem eigentlich der Bruder schlief. Erst am Abreisetag habe ich dann gemerkt, dass es eigentlich nicht genug Zimmer gibt, und das der Bruder kein eigenes Zimmer hat und dem entsprechen im Wohnzimmer während der ganzen zwei Wochen, auf einem alten ranzigen Ledersofa geschlafen hat... Genug von mir und meinen Geschichten, das wesentlich Wichtigere waren die tollen Ausflüge!

Mittwoch 20.01.2016
An meinem ersten richtigen Tag auf der Insel wurden wir morgens direkt von der Co-Direktorin der Schule in der Schulmensa begrüßt, und haben dann direkt vor Ort einen sogenannten Batch bekommen, eine Karte an einem Schlüsselanhänger ohne den man nicht in die Schule herein kommt. In kleinen Gruppen wurden wir später dann von unseren Austauschschülern durch die Schule geführt. Danach haben wir noch bis 13 Uhr, mit unseren Austauschschülern und den zuständigen Lehrern einen Spaziergang zum Meer gemacht. Den Rest des Tages musste jeder solange wie sein jeweiliger Austauschschüler Unterricht hatte, in der Schule bleiben.

Donnerstag 21.01.2016
Um 8:45 Uhr sind wir zu einem nahegelegenem Wasserfall gefahren. Anschließend sind wir noch zu einem Geothermischen Kraftwerk gefahren die dem wir eine erstaunlich interessante Führung und Vortrag hatten. So gegen 12 Uhr sind wir noch mit einem Glasbodenboot auf Meer zu einer Art Riff bei kleineren Inseln gefahren, auf dem wir dann traumhafte Eindrücke der karibischen Unterwasserwelt sammeln konnten. Danach haben wir uns noch eine Zeit lang an dem schwarzem Strand vergnügt und unser "Pique nique“ gegessen. Gegen 16:15 Uhr sind wir zur Schule zurückgekehrt.

Freitag 22.01.2016
Am vierten Tag waren wir einen ganzen Tag in der Schule und haben uns auf die Zentralenabschlussprüfungen (ZAPs) vorbereitet die im Mai geschrieben werden. Jeder musste individuell solange in der Schule bleiben wie sein Austauschschüler Unterricht hatte. Ich weiß noch ich habe an dem Tag mein Mittagessen selbst bezahlt weil ich meine Austauschschülerin nicht finden konnte und bin letztendlich 6,50 Euro losgeworden! Der Tag war ziemlich anstrengend zwar ist das Schulgebäude offen gebaut beispielsweise sind die Flure so was wie Balkone aber manche haben wenn sie Pech haben bis 16:45 Uhr Schule.





Samstag und Sonntag 23.01. und 24.01.2016
Endlich ausschlafen! Um 13 Uhr haben wir uns alle auf einer traumhaften Insel namens Gosier getroffen. Sie war so wie man sich eine Insel in der Karibik vorstellt mit weißem Strand, Kokosnusspalmen, türkisem Wasser und allem was dazu gehört. Abends war meine Austauschschülerin noch zu einer Poolparty eingeladen die auch ziemlich cool war... Mehr sag ich dazu nicht.
Am Sonntag habe ich Samara (meine Austauschschülerin) zu einem Volleyball Match begleitet, an dem ich ihren Freund kennenlernen durfte. Am Nachmittag waren wir dann noch locker 5 Stunden bis zum Abend beim Karneval.

Montag 25.01.2016
Um 7:30 Uhr sind wir nach Petit Canal zu einer so genanten Sklaventreppe gefahren und wurden durch zwei verschiedene Ruinen geführt. Vor Ort durften wir die verschiedensten exotischen Früchte probieren.

Dienstag 26.01.2016
An dem Tag sind wir den ganzen Tag durch den Regenwald auf den Souffrière, den Vulkan auf der Inselhälfte Basse-Terre gewandert. Leider war es oben sehr nebelig und man konnte nicht runter gucken. Außerdem war es sehr schade, dass wir es aus Zeitgründen nicht geschafft haben bis nach ganz oben zu klettern.

Mittwoch 27.01.2016
Um 8 Uhr morgens sind wir nach Pointe à Pitre gefahren wo wir dann zeit zum „shoppen“ hatten. Wie sonst auch überall gab es die selben Dinge zu kaufen wie auf dem Rest der Insel. Danach waren wir noch in dem berühmten Sklaverei-Museum in Pointe à Pitre.

Donnerstag 28.01.2016
Der selber Arbeitstag wie am Freitag. Wie sind dann um 13 Uhr nach Hause gegangen und eine Stunde später hat uns ihr Vater abgeholt und uns zu sich gefahren. Er hat ca. 2 Stunden entfernt tief im Wald ein Haus mit Pool gehabt in dem wir dann auch abends schwimmen waren. Später hat er uns dann nach Hause gefahren.

Freitag 29.01.2016
Am Freitag sind wir dann zu den Mangroven gelaufen. Mangroven sind besondere Bäume die in Salzwasser leben können. Das war ein ziemlich langer Marsch. Nach dem wir sie dann gesehen hatten ist eine Gruppe noch etwas weiter gelaufen und die andere Gruppe der ich mich dann angeschlossen hatte ist wieder zurück zum Strand gegangen.

Samstag und Sonntag 30.01. und 31.01.2016
Für das Wochenende stand nichts auf dem Programm. Einige Austauschschüler haben sich auf einer benachbarten Inselgruppe namens Les-Saintes verabredet. Das dann in die realität umzusetzten war eher schwieriger aber letztendlich bin ich dann mit einem Mädchen aus meiner Stufe, Clara ihrer Austauschschülerin und ihrer Gastmutter zu den Inseln gefahren. Ein Strand auf der Insel soll zu den schönsten Stränden der Welt gehören und daher sehr touristisch sein aber leider kann ich nur das zweite bestätigen...
Den gesamten Donnerstag lag ich flach ich hatte mir auf den Inseln den ultimativen Sonnenbrand geholt. Am Nachmittag sind dann aber doch noch mal zum Karneval gegangen.

Montag 1.01.2016
Um 9 Uhr sind wir in eine Art Kletterwald im Regenwald gefahren. Danach sind wir noch zu einem nahegelegenem Wasserfall gewandert und sind anschließend noch weiter durch den Regenwald zu einer Hängebrücke gewandert. Später haben wir unter Holzpavillions unseren mitgebrachten Lunchpakete gegessen. Um 16:15 Uhr sind wir wieder an der Schule angekommen. Am Nachmittag habe ich angefangen zu packen.

Dienstag 2.01.2016
Morgens gab es von der Schule aus ein Frühstück für alle die an dem Austausch teilgenommen haben. Den gesamten Tag haben wir dann wieder in der Schule verbracht und gelernt, oder konnten auch wenn wir wollten, mit unseren Austauschschülern in den Unterricht gehen. Ich wurde Gott sei Dank von meiner Gastmutter bereits Mittags abgeholt, da meine Austauschschülerin bis 16:45 Uhr Unterricht hatte und wir schon um 18 Uhr am Flughafen sein mussten. Trotzdem sind wir eine halbe Stunde verspätet am Flughafen angekommen! Na ja ich war aber zum Glück nicht die einzige die sich dann ganz hinten während sich alle verabschiedet haben in die Schlange stellen musste...
Der Rückflug war bis auf ein paar schwereren Turbulenzen auch ganz gut da sich alle während des Austausches super verstanden haben.

P.S.: Ich habe den Austausch sehr genossen und unvergessliche Erinnerungen gesammelt. Es war eine Fantastische Zeit und ich würde jeder Zeit noch mal am Austauschprogramm teilnehmen!

Guadeloupe

In Bonn : Gesamtschule Bonn-Beuel vom 5. – 18. März 2016



Heute Morgen um 4 Uhr haben wir die Austauschgruppe aus Guadeloupe verabschiedet.
Die 22 Schülerinnen und Schüler, sowie ihre Lehrer Claudia Valère und Serge Baudet machten sich auf den Heimweg, zunächst mit dem Bus zum Flughafen Paris-Orly, anschließend 8 Stunden Flug zurück nach Hause .
Trotz der frühen Morgenstunde dauerte es eine ganze Weile, bis alle im Bus waren, viele Abschiedstränen flossen. Während der gemeinsamen Zeit in Bonn wurden viele neue Freundschaften geschlossen.

Die Freundschaft zwischen den beiden Schulen besteht nun bereits seit über 20 Jahren, in diesem Jahr fand die 9. Autauschbegegnung statt. Seit Beginn organisiseren die beiden Lehrerinnen Claudia Valère, Deutschlehrerin am Lycée des Droits de l’Homme in Petit-Bourg, und Ulrike Witt, Französisch- und Mathematiklehrerin an der Gesamtschule Bonn-Beuel den Austausch. Dies geht allerdings nicht ohne die Unterstützung und Hilfe der jeweiligen Schulleiter und Kollegen in beiden Schulen. Unser Dank gilt auch dem Förderverein der Gesamtschule Bonn-Beuel, durch dessen Unterstützung der Austausch und das umfangreiche Besuchsprogramm der Gäste möglich ist.

Während ihres Aufenthalts in Bonn standen verschiedene Ausflüge auf dem Programm: Haus der Geschichte, Köln: Altstadt und Dom, Max-Ernst-Museum in Brühl: Ausstellung von M.C. Escher, und gestern bei einem Hauch von Frühling Aachen auf den Spuren Karls des Großen, der natürlich auch bei französischen Schülerinnen und Schülern bekannt ist.

Aber ganz besonders großen Anklang fanden bei den Gästen der Ausflug nach Köln in den Lentpark zum Eislaufen (Foto), sowie ein von Sportreferendaren gestalteter Vormittag in der Schule. Bei einem „Chaosspiel“ hatten gemischte deutsch-französischen Gruppen verschiedene Aufgaben zu lösen, z.B. ein Gedicht aufsagen, ein Lied singen und es anschließend vorzutragen, aber auch sportliche Aktivitäten waren gefragt. (Foto)

Der große Wunsch Schnee zu erleben, ging in Erfüllung: Am ersten Wochenende lag Schnee auf dem Drachenfels und einige Gasteltern fuhren sogar bis nach Winterberg zum Ski fahren.

Für einige Schülerinnen und Schüler wird es wohl bald ein Wiedersehen geben, denn schon im Sommer möchten sie für einen dreimonatigen Aufenthalt zurückkehren, um ihre Deutschkenntnisse weiter zu verbessern.





Ulrike Witt