Schule ohne Rassimus

5. Juni 2019 - Lesung und Konzert mit Esther Bejarano,
einer der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz, gemeinsam mit der Kölner Rap-Band Microphone Mafia


Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren war die inzwischen 93jährige Esther Bejarano mit Microphone Mafia bei uns zu Gast. Zunächst las sie aus ihrem Buch „Erinnerungen“ Passagen über Deportation, KZ und Befreiung. Gesungen wurden dann Lieder aus den jüdischen Ghettos und aus dem Widerstand sowie internationale Lieder gegen den Krieg und für soziale Gerechtigkeit.
Esther Bejarano und ihre Familie wurden als Juden verfolgt und inhaftiert. Esther überlebte unter anderem deshalb, weil sie im Mädchenorchester Auschwitz Akkordeon spielte.
Zur Vorbereitung auf Konzert und Lesung haben einige Klassen in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Bonn die Fluchtgeschichten von zwei jüdischen Beueler Mädchen – ungefähr gleichaltrig mit Esther Bejarano – aufgearbeitet. Stadtrundgänge in Beuel führten zu Orten, an denen sie gelebt haben. Der einen, Margot Barnard, gelang die Flucht nach Großbritannien, die andere, Ruth Herz, wurde deportiert und ermordet.

Seit mehr als dreißig Jahren ist Esther Bejarano eine Kämpferin gegen das Vergessen. Sie mischt sich ein und engagiert sich auch heute noch gegen alte und neue Nazis, für Flüchtlinge und gegen Krieg. Dies ist ein weiterer Anknüpfungspunkt für die Schülerschaft und das Kollegium der Gesamtschule, die sich als Teil einer „Schule ohne Rassismus“ verstehen und dies im Alltag immer wieder neu denken und umsetzen.

Wieder ist der Maibaum vor der Schule geschmückt

Weltweite Maigrüße!

Wieder ist der Maibaum vor der Schule geschmückt worden – in einer Gemeinschaftsaktion zweier Klassen 6, einer Klasse 10, einigen Kolleginnen aus der TK „Schule ohne Rassimus“ und der SV!
Einige Flaggen, die am Maibaum wehen, lassen sich leicht zuordnen. Aber für welches Land steht ein grüner Baum auf weißem Grund mit rotem Querbalken oben und unten? Und welches Land hat eine Flagge mit grünen, gelben und himmelblauen Querstreifen und einer Sonne oben rechts?
Die Flaggen stehen für die Länder, aus denen die Familien von Schülerinnen und Schüler der IGS kommen. Denn viele von uns sind in Bonn geboren, in den Kindergarten und in die Grundschule gegangen und dennoch spielt das Herkunftsland eine Rolle: Es gibt für viele Besuche bei Cousinen und Cousins in einem anderen Land, besondere Gerichte, die nur die Oma kocht, vielleicht auch eine andere Sprache, die zu Hause gesprochen wird.
Wir feiern die Vielfalt, die sich darin zeigt und wir sind sicher:
Zusammen können wir prima lernen, feiern, leben! In Gemeinschaft stark!

Gedenkveranstaltung im Jungen Theater

anlässlich der Pogromnacht 9./10. November 1938

Die Zusammenarbeit mit der „Beueler Initiative gegen Fremdenhass“ hat für die IGS bereits Tradition.
Auch in diesem Jahr erinnerten Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen im Jungen Theater an die Ereignisse, die sich am 10. November 1938 in Beuel zutrugen.
Das Niederbrennen der Beueler Synagoge in der damaligen Wilhelmstraße am helllichten Tag, die Verwüstung der Metzgerei gegenüber dem heutigen Bahnhöfchen sowie zweier Modegeschäfte von jüdischen Beuelern in Bonn, die Inhaftierung und Demütigung von jüdischen Männern, unter ihnen der beliebte Arzt Dr. Weis sind Stationen des Novemberpogroms in Beuel.

Es wurden Augenzeugenberichte aus unterschiedlichen Perspektiven vorgetragen – der ehemalige Kriminalbeamte Peter Eich, die junge Modeverkäuferin Else Waldmann und das Mädchen Gertrud Ockenfels, eine Patientin von Dr. Weis, beschrieben die Zerstörungen und Demütigungen. Fotos von Stolpersteinen erinnerten daran, dass nur wenige jüdische Menschen aus Beuel die Chance hatten, zwischen dem Novemberpogrom und dem Kriegsbeginn im September 1939 aus Deutschland zu fliehen. Dann begann die Phase der systematischen Vernichtung aller jüdischen Menschen.

Vielen Zuschauern ging es unter die Haut, als elf Kerzen ausgelöscht wurden - symbolisch für die elf jüdischen Kinder und Jugendlichen aus Beuel, die von den Nazis ermordet wurden.

„Schule ohne Rassismus“ – was ist das?

Seit dem Jahr 2002 sind wir Mitglied im Netzwerk „Schule ohne Rassismus“.
Das heißt, wir werden aktiv, damit niemand wegen der Hautfarbe, der Muttersprache oder Religion beleidigt, herabgesetzt oder ausgegrenzt wird. Auch Diskriminierung wegen einer Behinderung, wegen der sexuellen Orientierung oder der sozialen Herkunft soll es bei uns nicht geben. Verallgemeinerungen, Schimpfworte, Witze über diejenigen, die irgendwie anders sind – manches ist vielleicht „nicht so gemeint“ und trotzdem verletzend.
„Schule ohne Rassismus“ zu sein, ist kein Zustand, den wir schon erreicht haben, sondern etwas, worauf wir hinarbeiten – zum Beispiel beim Sozialen Lernen, an Aktionstagen, beim gemeinsamen Lernen und Feiern!Wir wünschen uns eine bunte, vielfältige Schule: Mer stonn zesamme – alle anders, alle gleich – jeder Jeck ist anders - In Gemeinschaft Stark